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Aktuelles

Neues aus dem Archiv

Nachruf Marianne Balder

Frau Marianne Balder wurde 1936 in Berlin-Charlottenburg geboren. 1975 zog sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen nach Wolfratshausen. Ab 1993 leitete sie das Stadtarchiv und erwarb sich dabei größte Verdienste. So entwarf sie 1995 die erste Ausstellung zum Displaced Persons Lager Föhrenwald. Auch zum Thema Zwangsarbeit in den Rüstungsfabriken leistete sie Maßgebliches und fuhr bis Prag, um mit einer überlebenden Zwangsarbeiterin ein Interview zu führen.

Frau Marianne Balder brachte eine Schriftenreihe des Stadtarchivs heraus, in der sie u.a. Bände über die Wolfratshauser Straßennamen und die Wolfratshauser Kriminalgeschichte schrieb, die bis heute interessant und wichtig sind. Sicherlich eine ihrer mühevollsten aber auch verdienstvollsten Tätigkeiten dürfte die federführende Arbeit am Wolfratshauser Heimatbuch gewesen sein, dass zur 1000-Jahr-Feier der Erstnennung Wolfratshausens erschien. Dieses bisher umfassendste Werk zur Wolfratshauser Geschichte allein setzt ihr bereits ein bleibendes Denkmal. Frau Balder übte die Tätigkeit als Archivarin bis 2007 aus, danach engagierte sie sich weiterhin ehrenamtlich für das Archiv und blieb ihm verbunden.

Neben dem Wolfratshauser Stadtarchiv verzeichnete sie zusätzlich das katholische Kirchenarchiv und stand als Kreisarchivpflegerin für den Nordlandkreis auch den umliegenden Gemeinden bei Archivfragen hilfreich zur Seite. Dabei baute Sie eine Website auf, die Informationen zu den Archiven des Landkreises und zur Regionalgeschichte in gebündelter Form präsentierte.

Für ihr herausragendes Engagement bekam Frau Balder 2002 den Kulturpreis der Stadt Wolfratshausen überreicht. Politisch brachte sich Frau Balder ebenfalls ein, von 1990 bis 1996 nahm sie ein Mandat als Stadträtin für die FDP/Parteifrei ein.

Neben diesen zeitintensiven Aufgaben engagierte sich Marianne Balder noch in vielen weiteren Vereinen und Initiativen. So war sie Gründungsmitglied im Historischen Verein, Gründungsstifterin der Energiewende Oberland, Mitglied im Burgverein Wolfratshausen sowie Mitglied bei der Osteuropahilfe.

Die Stadt Wolfratshausen verliert mit Marianne Balder eine ihrer historisch engagiertesten Persönlichkeiten, die sich größte Verdienste für die Erforschung und Bewahrung der Wolfratshauser Geschichte erworben hat. Wir werden Ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Flößerverein überreicht historische Dokumente

Wir bedanken uns ganz herzlich für die insgesamt 27 historischen Dokumente.
Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Rechnungen der Floßmeister, sowie andere Rechnungen.
Ein interessantes Zeugnis, dass die Befähigung eines Wolfratshauser Floßmeisters
zum Warentransport für Baumaterial für den Bau einer großen Brücke in Deggendorf bezeugt, ist unter den Dokumenten.

Das Alter der Dokumente ist von 1640 (allerdings spätere Abschrift) bis ca. 1897 datiert.

Unser Archivar, Simon Kalleder erhielt von Frau Gabriele Rüth, 1. Vorsitzenden vom Flößerverein, die historischen Dokumente und freut sich, wieder ein paar Lücken der Geschichte unserer Stadt schließen zu können.

Sollten Sie alte bzw. historische Dokumente finden, von oder über unserer Stadt, bringen Sie diese bitte in unser Archiv.
Unser Archiv sichtet gerne Ihre Dokumente.

Bei den Floßmeisterrechnungen von 1702 und von 1851 ist sehr interessant, dass man genau sehen kann, welche Flößer, auch auswärtige wann mit wie vielen Flößen gefahren sind, und wie viel Gebühren sie dafür bezahlen mussten. Wenn man sich das längerfristig betrachtet, kann man daraus viel über die wirtschaftliche Entwicklung ablesen.
Zudem sind die Namen der Flößer für Familienforscher interessant.

Das ist noch das Zeugnis für den Floßmeister Joseph Plonner, mit dem ihm der Magistrat und das Landgericht Wolfratshausen bestätigt, dass er befähigt und finanziell gut genug ausgestattet ist, den Warentransport für einen Brückenbau bei Deggendorf durchzuführen. Datiert ist er mit dem 29. April, bzw. dem 30. (Landgericht April 1859)