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Geschichte des Stadtarchivs

Wolfratshausen ist mit seiner über 1000-jährigen Historie eine sehr geschichtsträchtige Stadt. Das gilt genauso für das Stadt- bzw. Marktarchiv.
Schon im Mittelalter begann man, Urkunden, die als bedeutend galten dauerhaft aufzubewahren, und damit eine Art Archiv anzulegen.
Ab dem 17. Jahrhundert wurden dann auch andere Dokumente, insbesondere die Ratsprotokolle und Kammerrechnungen des Marktes aufgehoben, um sie auch in Zukunft nutzen zu können. Große Gefahr für diese Bestände bestand während des 30-jährigen Krieges, als die Schweden in Wolfratshausen einfielen. Aber durch findige Rettungsmaßnahmen konnten die Wolfratshauser ihr Schriftgut bewahren.
Anders war dies im II. Weltkrieg. Der damalige, von den Nazis eingesetzte Bürgermeister Jost beschloss 1944 eine Verlagerung der Schätze des Archivs nach Schloss Eurasburg. Am Kriegsende wurden die 7 Kisten, in denen das Archivgut lagerte von den amerikanischen Truppen gefunden, und weggebracht, angeblich nach Salzburg zu einem „Collecting Point“. Ein Jahr später tauchen sie wieder auf, diesmal im Staatsarchiv München. Leider war eine der Kisten verschwunden. Diese ist bis heute nicht aufgetaucht, so dass einige Verluste zu beklagen sind.
Bis in die 1970er Jahre befand sich das Alte Marktarchiv dann im Staatsarchiv München. Erst unser Stadtarchivar Quirin Beer konnte in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister Willy Thieme und dem Kreisarchivpfleger Dr. Magerl das alte Marktarchiv für Wolfratshausen zurückerlangen. Zur ersten richtigen Heimat des Stadtarchivs wurden Räume im Gebäude des ehemaligen Landgerichts Wolfratshausen im Untermarkt 10.
In diesen Räumen herrschte jedoch bald Platzmangel. Deshalb zog das Stadtarchiv 1994 ins Pumpenhäusl direkt am Loisachufer.
Aber auch diese Räumlichkeiten kamen ziemlich schnell an die Grenzen ihres Fassungsvermögens.
Deswegen wurde zunächst ein moderner Ausbau des Stadtarchivs erwogen. Dieser wurde aber in einem Bürgerentscheid am 25. Mai 2014 abgelehnt.
Mit dem Umzug der Landwirtschaftsschule nach über hundert jährigem Bestehen nach Holzkirchen ergab sich dann kurz darauf eine einmalige Chance für unser Archiv.
Der Stadtrat entschloss sich, das Stadtarchiv in das 1904/05 errichtete Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Bahnhofstraße zu verlegen.
Dieses wurde in den folgenden Jahren nach den Erfordernissen eines modernen Archivs umgebaut, womit sowohl eine sichere Verwahrung des Archivguts, als auch eine moderne Präsentation der Archivalien im Rahmen von Ausstellungen und Vorträgen gewährleistet sind. Dabei wurde sorgsam darauf geachtet, möglichst viel von der originalen Bausubstanz zu erhalten, wodurch auch ein historischer Charme erreicht werden konnte.
Am 25. September 2017 schließlich konnte das neue Stadtarchiv eingeweiht werden, und steht seitdem unseren Bürgerinnen und Bürgern, sowie interessierten Gästen von nah und fern offen.

Das Stadtarchiv wurde feierlich eingeweiht!


Das Alte Stadtarchiv

Die Geschichte des alten Stadtarchivs war bisher wechselvoll und sie wird es sicherlich noch bleiben. Insbesondere bei kriegerischen Auseinandersetzungen musste das Archiv aus Sicherheitsgründen ausgelagert werden. Dabei entstanden nicht unerhebliche Verluste am wertvollen Archivgut.

Mit der feierlichen Eröffnung am 26 .1.1978 im alten Amtsgerichtsgebäude (Untermarkt 10) war das Stadtarchiv erstmals in eigenen Räumen untergebracht, die sich aber bald schon als zu klein erwiesen. Seit 1994 ist das Archiv im Pumpenhaus am Loisachufer 1 untergebracht. Auch hier sind inzwischen die Lagerflächen wieder erschöpft. Seit Ende 2011 wurden verschiedene Planungen für einen Archivneubau am Loisachufer unternommen, die aber durch einen Bürgerentscheid vom 25.5.2014 wieder verworfen wurden. Durch Beschluss des Stadtrates vom Juli 2014 soll das bestehende Gebäude für den laufenden Betrieb der nächsten Jahre instand gesetzt werden, bis der Umzug in die ehemalige Landwirtschaftsschule erfolgen wird.

Engagierte Bürger der Stadt haben sich in der Vergangenheit und in der Gegenwart um den Erhalt und die Fortführung des Stadtarchivs ehrenamtlich gekümmert. Eine Chronologie hierüber ist im Heimatbuch der Stadt Wolfratshausen (S. 297 ff.) nachzulesen. Seit Dezember 2014 wird das Stadtarchiv erstmals durch eine hauptamtliche Fachkraft geführt.